Sprungziele
Hauptmenü

Mühlenkreis Minden-Lübbecke

Seiteninhalt
26.08.2021

Zwei Natur-Erlebnis-Räume am Hofgut von Oeynhausen in Hille geplant
Erhält die Gemeinde die beantragte Fördersumme, können die Arbeiten im Januar 2022 beginnen

Zwei Natur-Erlebnis-Räume plant die Gemeinde Hille am Hofgut von Oeynhausen im Hiller Dorfkern. Die Finanzierung soll aus dem am 18. Juni 2021 aufgelegten EU-Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ erfolgen, der Antrag dafür wurde am 23. August abgeschickt. Baubetriebshofleiterin Dagmar Meinert stellte das Projekt nun in der Sitzung des Bauausschusses auf dem Gelände des Hofgutes und der Teichanlage vor. Im Anschluss stimmte der Ausschuss der Planung einstimmig zu.

Die Renaturierung und Umgestaltung der Anlage Reimlers Teich, im Rahmen der ersten Förderbewilligung, wird fristgerecht am 31. August beendet sein. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte diese Maßnahme zu 100 Prozent mit 313.000 Euro. Schon der Besuch dieser neu gestalteten Grünanlage lohnt sich allemal, doch die Gemeinde möchte die Option nutzen und das Gelände rund um das Hofgut zu einem Ort mit ökologischen, pädagogischen, sozialen und touristischen Aspekten machen, der auch die Bewohner*innen der Senioreneinrichtungen, die Gäste der Tagespflege, die Jungen und Mädchen aus den beiden Kindergärten sowie die Schüler*innen der Grundschule und Verbundschule begeistert, zumal er für alle fußläufig erreichbar ist.

Bei den Eigentümern des denkmalgeschützten Guts stoßen die Pläne auf offene Ohren. Sie verpachten der Gemeinde 1.000 Quadratmeter Fläche im nordwestlichen Bereich und 2.500 Quadratmeter im Süden ihrer Hofanlage bis zum Jahr 2050, der Baubetriebshof übernimmt die Pflege der beiden Natur-Erlebnis-Räume.

Ihre Gestaltung kostet laut Kalkulation der Baubetriebshofchefin rund 399.000 Euro. Der Fördersatz beträgt, falls der Antrag genehmigt wird, 100 Prozent. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“, das der Europäische Fonds für regionale Entwicklung angesichts der fast alle Lebensbereiche betreffenden Verwerfungen durch die Coronapandemie aufgelegt hat. An Eigenleistung bringt der Baubetriebshof Vorarbeiten im Winter und die Rodung von Gehölzen ein, ehrenamtliche Mitarbeiter pflanzen Stauden und übernehmen Holzarbeiten (insgesamt 200 Stunden).

Für die Gemeinde Hille käme der Geldsegen gerade zur rechten Zeit, denn seit vier Jahren steht Natur- und Landschaftsschutz bei der Bewirtschaftung und Gestaltung der eigenen Grünflächen – seien es der ökologisch gestaltete Kurpark in Rothenuffeln und die Umwandlung von Fettwiesen und Scherrasen in Wildblumenwiesen an Schulen, seien es Blühstreifen an Gemeindestraßen – im Fokus. Mittlerweile stehen Klimaschutz, nachhaltige Ressourcenwirtschaft, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und Biodiversität ganz oben auf der Agenda, wenn es um die Anlage und Pflege öffentlicher Flächen geht.

Nun sollen also zwei Natur-Erlebnis-Räume, geplant vom Büro Landschaftsarchitekten W. Hanke o.9 in Minden, entstehen. Einer grenzt im Nordwesten direkt an den gerade renaturierten Reimlers Teich an, wo bereits ein runder Sitzplatz aus Obernkirchener Sandstein in Grundzügen erkennbar ist.

Bislang war auf den 1.000 Quadratmetern eine Scherrasenwiese. Sie macht nun Staudenbeeten, heimischen Gehölzanpflanzungen und einer Blänke mit Feuchtwiese Platz. Die pädagogisch-soziale Aufgabe erfüllen eine Balancierstation und Sitzbänke, und nicht nur Einheimische werden das tierische Gewimmel am und im Wasser und auf den Beeten spannend und lehrreich finden.

Der zweite Natur-Erlebnis-Raum liegt zwischen dem Gut und dem Neubaugebiet In der Loge. Auf der einen Morgen großen Fläche grenzen die große Himmelschaukel mit Sitzsteinen auf der einen Seite und eine Kombination aus Unterstand/Veranstaltungsraum, Trockentoilette und Waschbecken auf der anderen Seite eine vielfältige Miniatur-Landschaft ein: Geplant sind eine Obstbaumwiese mit alten, einheimischen Sorten (Boskop, Klarapfel, Clapps Liebling) und Wildblumen, eine Trockenmauer und Beete mit sonnenhungrigen Stauden (Mauerpfeffer, Thymian), Schautafeln, eine lange Weißdornhecke, Schotterrasen und Wege, zudem eine Boulebahn und ein Fahrradständer. Und eine Fläche mit insektenfreundlichen Stauden, Mulchwegen und kleinen Hecken, die veranschaulicht, dass ein Privatgarten nicht wie auf dem Reißbrett geplant aussehen muss, sondern gern ein wenig verwinkelt und unorthodox sein darf. An der Planung waren neben der Fam. Wohlonen, auch Dirk Esplör von der Biologischen Station, Hermann Böhne, als engagierter Bürger und Ortsvorsteher Hermann Burmester beteiligt. Die Trockentoilette funktioniert ohne Wasserspülung. Es sei eine ökologische Variante, sagte Dagmar Meinert. „1.000 Gänge sind möglich, anschließend wird alles abgepumpt.“  Aus hygienischen Gründen werde es natürlich eine Möglichkeit zum Händewaschen geben.

Nun heißt es warten. Die Antragsfrist endet am 30. September 2021, die Mittel werden nach dem Windhundprinzip vergeben. Sollte die Gemeinde Hille den Zuschlag erhalten, können die Arbeiten im Januar 2022 beginnen, beendet sein müssen sie am Silvestertag 2022. (www.hille.de)

 

Text zum Foto:

Hinter dem Sitzplatz aus Sandsteinen entsteht ein Natur-Erlebnis-Raum mit Blänke und Balancierstation. Foto: Gemeinde HIlle

Google Maps-Einbindung
Wofür interessieren Sie sich?
Unser Mühlenkreis
Weitere Kategorien
Unterkünfte
Weitere Kategorien
LandArt-Stationen
Weitere Kategorien
Sigwardsweg
Weitere Kategorien