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Mühlenkreis Minden-Lübbecke

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17.08.2021

Steinkäuze in der Gemeinde Hille
Banner informiert im Rathaus über bedrohte Vogelart

47 Steinkauzpaare brüteten in diesem Jahr im Kreis Minden-Lübbecke und Grenzbereich Niedersachsen, davon allein zwölf in der Gemeinde Hille. Betreut hat sie der ehemalige Hartumer Gerhard Neuhaus, der sich seit Jahrzehnten in der Projektgruppe des Nabu-Kreisverbandes um die Erhaltung des Lebensraums für Schleiereulen, Käuze und Falken engagiert. Gemeinsam  mit Karsten Grewe initiierte er das kreisweite Projekt „Der Steinkauz im Kreis Minden-Lübbecke und Grenzbereich Niedersachsen“, zu dem auch eine Schautafel gehört, die nun dauerhaft im Rathaus in Hartum zu sehen ist.

Steinkäuze sind teilweise tagaktiv und nisten u.a. in natürlichen Baumhöhlungen, haben aber auch keine Scheu vor Bruten in der Nähe von Menschen. Darum bittet Gerhard Neuhaus die Bürger*innen, Augen und Ohren offenzuhalten, denn er vermutet, dass es noch weitere Käuze in der Gemeinde Hille gibt. Aus diesem Grund hat er zusammen mit Naturschützer Reinhard Schlotzhauer  kürzlich im Erdgeschoss des Rathauses den Banner „Steinkäuze in der Gemeinde Hille“ installiert, auf dem die wichtigsten Informationen über den Vogel zusammengestellt und Ansprechpartner, die Meldungen entgegennehmen, genannt werden.

„Ich möchte so viele Vorkommen wie möglich dokumentieren, die Gelege kontrollieren sowie die Jungvögel zählen und beringen. Dafür benötige ich die Mithilfe der Bevölkerung.“ Zudem hofft Gerhard Neuhaus auf neue Standorte, an denen er mardersichere Nisthöhlen anbringen kann. Davon gibt es im gesamten Kreis Minden-Lübbecke sowie im niedersächsischen Grenzbereich (u.a. Gräsebilde, Diethe, Müsleringen, Glissen) mehr als 100, in denen in 2021 47 Steinkauzpaare brüteten, davon 40 erfolgreich. Aus 177 Eiern schlüpften 133 Jungvögel, von denen 128 beringt wurden.

Die Anzahl der Bruten in der Gemeinde Hille hat sich seit 2015 vervielfacht. Damals zählte Gerhard Neuhaus nur zwei Bruten und neun Jungvögel. Und begann, die künstlichen Nisthöhlen vor hungrigen Mardern mit Halbmondpendeln vor dem Eingang zu sichern. In den Folgejahren stagnierte die Zahl bei drei und sprang 2020 auf neun. In 2021 brüteten zwölf Steinkauzpaare, 36 Jungvögel schlüpften – beispielsweise an der Bastau im Unterlübber Moor (4), auf der Meente in Oberlübbe (4), in Brennhorst (4) und im Bereich Horstbohlen (5 und 3) in Hille sowie auf der Brede in Holzhausen (1).

Um die Bevölkerung für die bedrohte Vogelart zu sensibilisieren und über sie zu informieren, stellt Gerhard Neuhaus eine zweite Schautafel zur Verfügung, die wechselweise in öffentlichen Gebäuden, bei Ärzten und in Apotheken, in Banken und sonstigen Einrichtungen mit Publikumsverkehr aufgestellt werden kann. Anfragen nimmt er unter der Telefonnummer 0170/4855886 oder per E-Mail gneuhaus@gmx.de entgegen.

Auch hat er ein Fotobuch über Steinkäuze zusammengestellt. Die Bilder machte Markus Leinberger auf der Hofanlage Uphoff in Hille. Das Buch kann bei Gerhard Neuhaus angefordert werden und kostet 18 Euro.

Eine 2021 in einem Baum installierte Wildkamera gibt einen detaillierten Einblick in die Aufzucht junger Steinkäuze. Die Altvögel bringen Regenwürmer, Insekten und Mäuse zu der Nisthöhle, in der fünf Kleine heranwachsen. Nach und nach verlässt der Nachwuchs sein Zuhause, erkundet den Baum, streitet sich ums Fressen und zankt sich, trainiert die Flügel und macht die ersten Flugversuche.

Fotos: Ulrich Köller (3)/Jürgen Heinrich (1)

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