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Schweinegrippe


Kreis Minden-Lübbecke, 16.07.2009


Informationen zur Neuen Grippe (Influenza A/H1N1)

Für die Bekämpfung von Pandemien ist das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin federführend zuständig. Die Lage wird kontinuierlich von den dortigen Experten beobachtet und die Gesundheitsämter werden seit Freitagabend (24.04.2009) kontinuierlich informiert.

Angesichts der neuen Entwicklung bei Influenza A/H1N1 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 11.06.2009 die höchste Pandemiestufe (Phase 6) ausgerufen, da in mindestens zwei der sechs WHO-Regionen fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen aufgetreten sind. Das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke ist im regelmäßigen Kontakt mit den zuständigen Behörden und beobachtet weiterhin permanent die Lage, um bei Verdachtsfällen schnell reagieren zu können. Der Kreis ist mit einem Pandemie-Plan seit längerem vorbereitet.

Die in Deutschland aufgetretenen Erkrankungsfälle zeigen, dass die Neue Influenza entgegen den ursprünglichen Befürchtungen bisher keinen schweren Verlauf nimmt. Todesfälle sind weltweit selten und in Deutschland gar nicht aufgetreten. Zum Vergleich: Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass die Influenza-Grippewelle des Winters 2008/2009 zu 8000 bis 11000 zusätzlichen Todesfällen allein in Deutschland geführt hat. Auch die Gesundheitsministerkonferenz hat in ihrer Pressemitteilung vom 25.06.2009 festgestellt, dass „die Krankheitsverläufe … in aller Regel milde“ sind. „Trotz ansteigender Krankheitszahlen besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine allgemeine Infektionsgefahr in Deutschland.“ Aufgrund des bisher milden Verlaufes wurden von allen bisher in Deutschland aufgetretenen Fällen lediglich ca. 5 % im Krankenhaus behandelt, während 95 % in häuslicher Quarantäne verbleiben konnten.

Durch einen Schnelltest kann ermittelt werden, ob der Virus-Stamm A vorliegt (die Neue Grippe hat den Stamm A/H1N1). Ist dies der Fall, wird Untersuchungsmaterial an das Nationale Referenzzentrum zur Bestätigung geschickt, da es sich natürlich auch um einen anderen Virus des gleichen Stamms A handeln kann.

Hinsichtlich der Verwendung eines Mundschutzes ist in der Landesplanung vorgesehen, dass medizinische Einrichtungen für Kranke und Personal entsprechende Filter vorhalten. Diese Einrichtungen sind gut vorbereitet und verwenden Mundschutz häufig in ihrer täglichen Arbeit. Der Mundschutz wird allerdings in verschiedene Schutzstufen eingeteilt, abhängig von der Anwendung.



Entstehung

Informationen des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Kreise Minden-Lübbecke

Die derzeit grassierende Variante ist wahrscheinlich durch einen simultanen Eintrag von Geflügel-Influenzaviren und Humanen Influenzaviren in Schweinebestände entstanden. Dort hat ein genetischer Austausch (Rekombination) stattgefunden. Das dabei entstandene "neue" Virus soll zwischen Menschen und Schweinen und innerhalb der jeweiligen Spezies übertragbar sein.

Die bisher bekannte Schweine-Influenza ist eine fiebrige Atemwegserkrankung, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird. Sie verläuft meist gutartig mit einer Erkrankungsrate innerhalb der Schweinebestände von fast 100 Prozent der Schweine bei einer Todesfallrate von ca. einem Prozent. Hierbei handelt es sich um eine in Schweinebeständen "übliche" Infektionskrankheit, die saisonal (Herbst/Winter) vorkommt und nicht der staatlichen Tierseuchenbekämpfung unterliegt.

Ein Viruseintrag in hiesige Schweinebestände über Tierverkehr ist unwahrscheinlich, da entsprechende Handelsbeziehungen nach Mexiko nicht bestehen. Mögliche Eintragsquellen sind Reisende, die sich in betroffenen Gebieten aufgehalten und gegebenenfalls infiziert haben und den Erreger direkt oder indirekt (über andere Personen) in Schweinebestände eintragen könnten. Die ohnehin geltenden Hygienevorschriften für Schweinebestände, die jeder Tierhalter einzuhalten hat, sind derzeit aus veterinärmedizinischer Sicht ausreichend.


Fragen und Antworten

  • Gibt es einen Impfstoff?

Für Schweine gibt es einen Impfstoff. Für Menschen gibt es bislang noch keinen Impfstoff, da er für den neuen Influenza-Virus speziell hergestellt werden muss.
Stand: 30.04.2009 (Quelle: Robert-Koch-Institut)

  • Wie lange dauert die Entwicklung eines Impfstoffes?

    Die WHO-Kollaborationszentren für Influenza (u.a. CDC in Atlanta, USA und NIBSC in London) haben Saatviren von Influenza A(H1N1) an die Impfstoffhersteller versandt und damit den Prozess der Impfstoffentwicklung eingeleitet. Saatviren müssen die antigenen Eigenschaften des isolierten neuen Virus enthalten, sie müssen sich schnell in großen Mengen vermehren lassen und sie müssen in ihren krankmachenden Eigenschaften abgeschwächt sein.

    Die Dauer der Saatvirenherstellung ist abhängig vom verwendeten Herstellungsverfahren. Gängige Verfahren zur Herstellung geeigneter Saatviren mit den oben beschriebenen Eigenschaften sind die Selektion aus infizierten Gewebekulturzellen mit konventionellen Methoden oder der gezielte Zusammenbau mit Hilfe molekulargenetischer Methoden.
    Als groben Maßstab kann man von folgenden Zeiten ausgehen:

    Herstellung des Saatvirus mit den passenden Virusbestandteilen: 3 – 12 Wochen.
    Produktionsvorbereitung bis Auslieferung der ersten Impfstoffdosen: 12 Wochen.
    Während die ersten Impfungen durchgeführt werden können, werden weitere Impfstoffe produziert.
    Stand 16.06.2009 (Quelle: Robert-Koch-Institut)

  • Wie wird ein neuer Impfstoff verteilt?

    Für den Fall, dass der gesamten Bevölkerung eine Impfung angeboten wird gilt Folgendes: Die hierfür benötigten Impfstoffe werden voraussichtlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen angeliefert werden. Die Schutzimpfung kann daher nicht sofort der gesamten Bevölkerung angeboten werden. Es ist daher notwendig, die Bevölkerung in einer geordneten Reihenfolge zu den Schutzimpfungen einzuladen. Das empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation. Ziel muss dabei eine Impfstoffverteilung sein, die den höchsten Nutzen für die Minderung von Krankheit und Tod verspricht. Der nationale Pandemieplan vom Mai 2007 sieht dazu vor, dass „der zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung und der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderliche Personenkreis“ zu berücksichtigen ist, da er unverzichtbare Aufgaben in der Pandemiebewältigung erfüllt. Die Bevölkerung soll im Übrigen nach Altersjahrgängen geimpft werden. Die Reihenfolge der Jahrgänge wird so gewählt, dass eine möglichst geringe Krankheitslast und Sterblichkeit zu erwarten ist. Sie ergibt sich aus dem aktuellen Stand der Wissenschaft und der Auswertung aktueller epidemiologischer Daten der Pandemie.
    Stand 05.07.2009 (Quelle: Robert-Koch-Institut)

  • neuWie ist die aktuelle Situation?

    Für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut aktuelle Situationseinschätzungen auf den Internetseiten (www.rki.de/influenza). Über die weltweite Situation berichtet die Weltgesundheitsorganisation und über die europäische Situation das Europäische Zentrum für Infektionsschutz und Prävention (ECDC) regelmäßig.
    Stand: 16.07.2009 (Quelle: Robert-Koch-Institut)

 

neuInformationen des Gesundheitsamtes Minden-Lübbecke für Urlauber (Stand 16.07.2009)

  • Muss ich bereits im Urlaubsland bei Symptomen zum Arzt?

    Selbstverständlich sollte man dann zum Arzt gehen, wenn man schwer erkrankt ist. Bei grippalen Symptomen und Verdacht auf neue Influenza sollte man einen Arzt aufsuchen, um einen Test machen zu lassen. Damit könnte die Weiterverbreitung bei Mitreisenden vermieden werden. Allerdings wird inzwischen nicht mehr in allen Ländern auf neue Influenza getestet. Außerdem muss man sich im Falle eines positiven Ergebnisses auf Quarantänemaßnahmen am Urlaubsort einrichten.

  • Muss ich Angst haben, wenn ich in den Urlaub fahre oder verreise?

    Grundsätzlich werden Urlaubswarnungen vom Auswärtigen Amt ausgesprochen. Aufgrund des bisher sehr milden Verlaufes der neuen Influenza gibt es hierzu aber keinerlei Veranlassung. Niemand muss Angst haben, wenn er verreist, in welches Land der Welt auch immer. Allerdings sollte man Vorsichtsmaßnahmen beachten: Man sollte sich von offensichtlich Grippekranken entfernt halten. Handkontakt sollte nach Möglichkeit gemieden werden oder danach umgehend die Hände gewaschen werden. Grundsätzlich sollte man häufiger die Hände waschen. Vermeiden Sie, mit den Händen Ihre Nase und Mund, auch unbewusst, zu berühren.

  • Auf welche Symptome muss ich achten?

    Typische Symptome der neuen Influenza sind Husten und Halsschmerzen, gelegentlich auch fieberhafte Körpertemperaturerhöhung.

    Bemerkung: Insgesamt verläuft die neue Influenza gegenwärtig sehr milde, auch im Vergleich zur bekannten "Wintergrippe". Die gegenwärtigen Maßnahmen der Gesundheitsämter zur Isolierung von Kranken und engen Kontaktpersonen sind nicht durch die Schwere der Erkrankung begründet, sondern sollen eine schnelle Verbreitung in der Bevölkerung verhindern, bevor Impfstoff in ausreichender Zahl zur Verfügung steht. Einige Länder, wie Australien und England, verzichten schon seit Tagen und wenigen Wochen auf diese Isolierungs- und Präventionsmaßnahmen, da die Erkrankung einen sehr milden Verlauf nimmt und schon in der Bevölkerung viele Erkrankungsfälle aufgetreten sind. Es ist zu erwarten, dass auch in Deutschland in nächster Zeit dieser Punkt erreicht wird. Hierbei ist insbesondere auf die saisonale Grippe als Vergleich hinzuweisen, die in jedem Winterhalbjahr wieder auftritt und die keinerlei Maßnahmen nach sich zieht. Wer gegenwärtig an der neuen Influenza infiziert ist, entwickelt hierdurch eine Immunität gegen das Virus und kann nicht erneut daran erkranken. Dies entspricht einer Immunität wie nach einer Grippeschutzimpfung. Daher wird von namhaften Virologen auch der Standpunkt vertreten, dass eine mild ablaufende Verbreitung zu einer weitgehenden Immunität der Bevölkerung und damit zu einem Schutz führt.

    Für gesunde Kontaktpersonen zu Grippekranken oder -Verdächtigen gibt es keinen Grund zur Durchführung eines Tests auf neue Influenza.


Ein ausführlicher Katalog mit Fragen und Antworten des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts zur "Neuen Grippe" beim Menschen steht auf der Webseite des Robert-Koch-Institutes zur Verfügung.



Hotlines zur Neuen Grippe (Influenza)

  • Nordrhein-Westfalen ist auf die „Neue Grippe" („Schweinegrippe") gut vorbereitet. Niedergelassene Ärzte, örtliche Gesundheitsämter und Krankenhäuser sind auf einen weiteren Anstieg der Krankheitsfälle eingestellt. Faltblätter mit den - wichtigen - allgemeinen Hygieneregeln sind an zahlreiche Kommunen, Schulen und die Apotheken verteilt worden.

    Für Bürgeranfragen hat Call NRW, das Servicecenter der Landesregierung, eine Hotline geschaltet. Sie ist wochentags von 8 und 18 Uhr unter 0180 3 100 210 (9ct./Min, abweichende Tarife aus Handynetzen) zu erreichen.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat eine Hotline zur Neuen Grippe geschaltet. Unter der Telefonnummer 030-18754 4161 (Ortstarif aus dem Festnetz der Deutschen Telekom) können sich Interessierte von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 und 18 Uhr informieren.

    Das Robert Koch-Institut bietet seit dem 30. April 2009 bis auf weiteres ein tägliches Presse-Briefing um 11.00 Uhr an, um aktuell über die Situation bei der neuen Grippe („Schweinegrippe“) zu informieren.

  • Das Bundesministerium für Gesundheit bietet eine kostenlose Nummer an, unter der sich Bürgerinnen und Bürger zur „Influenza A/H1N1" informieren können. Das Bundesgesundheitsministerium reagiert damit auf den hohen Informationsbedarf in der Bevölkerung.

    Die neue Nummer der Bürger-Hotline ist unter 0800 44 00 55 0

    • montags bis donnerstags zwischen 8-18 Uhr
    • freitags zwischen 8-12 Uhr,
    • am Wochenende und an Feiertagen zwischen 10-16 Uhr

        zu erreichen



Hygienetipps

Bürgerinformation: 8 Empfehlungen zum persönlichen Grippeschutz

weitere Hygienetipps erhalten auch Sie unter www.wir-gegen-viren.de



neuHinweise und Verhaltenstipps zur "Neuen Grippe (Influenza A/H1N1)"

Mit einem Flyer in zehn verschiedenen Sprachen informiert die Integrationsbeautragte Maria Böhmer Migrantinnen und Migranten über Neuen Grippe. Das Faltblatt erläutert in leicht verständlicher Form, wie man sich vor einer Ansteckung mit dem Virus H1N1 schützen kann und was bei einer Infektion mit der Neuen Grippe zu beachten ist.
Der Flyer wurde in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut, dem Paul-Ehrlich-Institut und dem Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover erstellt.

Hier finden Sie die Flyer in den 10 Sprachen als PDF-Download (in alphabetischer Reihenfolge):
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/englisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/französisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/griechisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/italienisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/polnisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/portugiesisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/russisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/serbokroatisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/spanisch
 
Flyer Neue Grippe - deutsch/türkisch 

 
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