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Lübbecke trauert um Helmut Hüffmann

Ehrenbürger und ehemaliger Stadtarchivar im Alter von 90 Jahren verstorben

Lübbecke. Wenige Tage vor seinem 91. Geburtstag ist der Lübbecker Ehrenbürger und langjährige Stadtarchivar Helmut Hüffmann am Mittwoch verstorben. Er hinterlässt seine Frau Ortrud, eine Tochter und zwei Enkelkinder.

Hüffmann wurde am 3. Oktober 1931 in Lübbecke geboren. Nach Besuchen der Evangelischen Bürger- und der Jahn-Mittelschule sowie später der Aufbauschule Lübbecke absolvierte er 1953 die Reifeprüfung. Anschließend studierte Hüffmann in Bielefeld Geschichte, Englisch und Kunst. 1955 trat er nach bestandener erster Prüfung in den Volksschuldienst der Evangelischen Volksschule Ahle. Dort wurde er zum Lehrer ernannt. Im März 1958 bestand er das zweite Staatsexamen und war bis zu seiner Pensionierung als Lehrer für Geschichte und Englisch tätig, zunächst in Rahden, später an der Jahn-Realschule Lübbecke.

Schon die Abschlussarbeit seines Studiums widmete er, wie hätte es anders sein können, der Lübbecker Stadtgeschichte – einer Leidenschaft, die Helmut Hüffmann zeitlebens begleiten und ihn antreiben sollte. Am 1. Januar 1972 übernahm Hüffmann die Nachfolge des kurz zuvor verstorbenen Kurt Heidenreich als ehrenamtlicher Stadtchronist.

Auf Hüffmanns Initiative als Stadtarchivar hin wurde ein 1938 an das damalige Staatsarchiv Münster abgegebenes Depositum nach Lübbecke zurückgeführt. Das Stadtarchiv wuchs in der Folge von einem kleinen Archivraum mit einigen zusätzlichen Akten zu einer Vorzeigeeinrichtung mit mehreren Kilometern Archivgut.

Insbesondere den ältesten Archivschätzen galt Helmut Hüffmanns besonderes Augenmerk. Viele Aspekte der Stadtgeschichte hat er erstmals mit wissenschaftlicher Akribie in den Blick genommen. So sind, neben vielen anderen, Hüffmanns Recherchen zu den Ereignissen im Dreißigjährigen Krieg in zahlreichen Publikationen zitiert.

Aus Helmut Hüffmanns Feder stammt das Buch „1.200 Jahre Lübbecke“, das 1975 als Festschrift aus Anlass des Jubiläums der ersten urkundlichen Erwähnung Lübbeckes erschien und bis heute als das stadtgeschichtliche Standardwerk gilt. Zahlreiche weitere Aufsätze wurden in verschiedenen Büchern, Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt sowie online veröffentlicht. Bei seinen Publikationen kam Helmut Hüffmann nicht nur sein historisches Wissen, sondern bei den Illustrationen auch seine künstlerische Begabung zu Gute. Darüber hinaus wirkte er maßgeblich an zwei Filmprojekten mit, die sich der Kriegs- und Nachkriegszeit beziehungsweise der Geschichte des Alten Rathauses widmeten.

Mit einstimmigem Ratsbeschluss vom 25. Juni 2015 wurde Helmut Hüffmann die höchste Auszeichnung verliehen, die eine Stadt zu vergeben hat. In seiner Laudatio würdigte der damalige Bürgermeister Eckhard Witte den neu ernannten Ehrenbürger als „Glücksfall für die Stadt Lübbecke“ und bezeichnete seine Verdienste um die Aufarbeitung der Stadtgeschichte und ihre Erschließung für die Öffentlichkeit als „nicht mit Geld aufzuwiegen“.

Frank Haberbosch äußerte sich von der Todesnachricht betroffen und bezeichnete den Verstorbenen als „prägende Persönlichkeit der Stadt“. Nicht nur das Archivteam verliere mit ihm einen liebenswerten Vertrauten und geschätzten Ansprechpartner. „Durch sein Wirken ist Helmut Hüffmann selbst Teil der großen Geschichte geworden, für die sein Herz geschlagen hat“, so der Bürgermeister. Haberbosch: „Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie, der wir von Herzen Dank sagen, dass sie ihren Ehemann, Vater und Großvater mit uns geteilt hat.“

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