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Erkältungen - wie man sich davor schützen kann

Kreis Minden-Lübbecke, 22.11.2007

 
Erkältungen - wie man sich davor schützen kann

Fast jeder Erwachsene hat zwei- bis dreimal im Jahr einen Schnupfen. Kleine Kinder sogar bis zu zwölf Mal. Dennoch wissen viele nicht, wie mit der häufigsten Infektionskrankheit umgegangen wird und wie man sich schützen kann. Tipps dazu gibt im Interview Dr. Peter Witte. Der Mediziner leitet das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke.

Frage: Herr Dr. Witte, waren sie dieses Jahr schon erkältet?
Dr. Witte: Allerdings, Anfang des Jahres hatte es mich ordentlich erwischt.

Frage: Wie kann man sich schützen?
Dr. Witte: Fest steht, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor den rund 200 kursierenden Erkältungsviren gibt, da zu viele Faktoren die Infektionswahrscheinlichkeit beeinflussen, zum Beispiel meine eigene Grundgesundheit, das Alter, ob ich mich durch Sport fit halte, die Ernährung oder mein Verhalten gegenüber an Schnupfen erkrankten Personen.

Frage: Sollte ich meinem schnupfenden Gegenüber nicht mehr die Hand schütteln? Die Schnupfenviren werden schließlich über Tröpfchen aus dem Mund-Rachen-Raum auf die Schleimhäute anderer Menschen gehustet oder geniest.
Dr. Witte: Das stimmt, daher hilft natürlich zunächst einmal ein gewisser Abstand zu Erkrankten, was sich allerdings nicht immer einhalten lässt. Aber auch der Händedruck eines verschnupften Menschen kann ansteckend sein, da Schnupfenviren mehrere Stunden auf Oberflächen wie Händen, Türklinken oder auch Taschentüchern aktiv bleiben. Meine Hände kommen dann wiederum mit den eigenen Mund- und Nasenschleimhäuten in Kontakt und übertragen so die Erreger. Daher sollte bei Schnupfen Händeschütteln vermieden und von den Erkrankten die benutzten Papiertaschentücher direkt nach dem Verwenden entsorgt werden. Erkrankte und nicht Erkrankte können das Infektionsrisiko vermindern, wenn sie in der Schnupfenzeit in Herbst und Winter verstärkt ans Händewaschen denken.

Frage: Sollte man Niesen möglichst unterdrücken?
Dr. Witte: Das mag vielleicht für manche vornehm wirken, ist aber aus medizinischer Sicht nicht sehr empfehlenswert. Im Gegenteil: Beim unterdrückten Niesen baut sich in den Nasenhöhlen ein Druck auf, der die Krankheitserreger in die Nebenhöhlen oder sogar in Richtung Mittelohr presst. Dort kann es dann zu Entzündungen kommen. Wer niesen muss, sollte das also tun, sich dabei aber von seinem Gegenüber abwenden und unbedingt ein Taschentuch vor die Nase halten.

Frage: Sind die Viren, die sich an den ausgeniesten Tröpfchen befinden, denn so ansteckend?
Dr. Witte: Die Tröpfchen können bis zu zwölf Meter Entfernung überwinden. Mit je mehr Erregern man konfrontiert wird und je häufiger, umso höher ist auch das Infektionsrisiko. Dem entsprechend sind Menschenansammlungen, zum Beispiel in Bussen, Kaufhäusern oder auch Schulen, für eine Tröpfcheninfektion geradezu prädestiniert. Es genügen bereits wenige Minuten in einem dicht besetzten Raum, um den Atemwegsinfekt von einem Infizierten auf zahlreiche andere Menschen zu übertragen. Die müssen aber zum Glück nicht zwangsläufig alle erkranken.

Frage: Kann man durch zusätzliche Vitamin-C-Gaben das Immunsystem stärken und so Ansteckungen vermeiden?
Dr. Witte: Für eine erfolgreiche Vorbeugung durch eine, womöglich hoch dosierte, zusätzliche Einnahme von Vitamin C gibt es keine Bestätigung, wenn bereits eine ausreichende Vitaminversorgung durch gesunde Ernährung gegeben ist.

Frage: Woher kommt denn die Bezeichnung Erkältung?
Dr. Witte: Nicht das Frösteln führt zu einer Erkältung, sondern umgekehrt. Auch wenn wir die Erkältung gerne auf die Kälte zurückführen, richtig ist: Wer sich erkältet hat, fängt an zu frieren. Der Grund dafür: Die Empfindung einer Unterkühlung entsteht typischerweise kurz vor der Entwicklung von Fieber, das den übrigen Krankheitssymptomen vorausgeht. Neuere Erkenntnisse bestätigen den Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung jedoch insofern, als dass auch eine lange oder intensive Kälteeinwirkung auf einen nicht ausreichend geschützten Körper zu einer Schwächung des Immunsystems und dadurch zu einer schlechteren Abwehr der Krankheitserreger führen kann.

Frage: Wie lange dauert eine Erkältung und wann sollte ich zum Arzt gehen?
Dr. Witte: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie - diese alte Volks-Weisheit stimmt leider immer noch. In der Regel dauert eine Erkältung gut eine Woche bis zehn Tage, ehe sie wieder verschwindet. Die Dauer eines grippalen Infektes kann nicht beeinflusst werden.
Die Frage nach dem Arztbesuch lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Die üblichen Halsschmerzen werden meist durch Erkältungsviren verursacht. Kommen keine anderen Beschwerden hinzu, klingen die Symptome normalerweise innerhalb weniger Tage ab. Bei Fieber über 38,5 Grad Celsius oder wenn weiße, punktförmige Ablagerungen auf den Gaumenmandeln zu sehen sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Weitere Warnzeichen: Druckschmerzhafte Halslymphknoten, sehr starke Schluckbeschwerden sowie Heiserkeit und Schluckbeschwerden, die länger als eine Woche andauern.

Frage: Wie unterscheide ich eine Influenza-Grippe von einer Erkältung, also dem Grippalen Infekt?
Dr. Witte: Die „echte Grippe" oder Influenza wird durch die so genannten Influenza-Viren übertragen. Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl, meist mit Kreislaufschwäche. Im Gegensatz zu den Erkältungskrankheiten gibt es zum Schutz vor einer Influenza einen Impfschutz.

Frage: Ist man sicher, wenn man die Erkältung überstanden hat?
Dr. Witte: Die meisten Menschen glauben, dass ein überstandener Infekt vor Neuansteckung schützt. Das stimmt leider nicht, denn die Ansteckung mit einem Schnupfenvirus macht nicht dauerhaft immun. Es gibt rund 200 verschiedene Viren, die als Erkältungserreger gelten. Hat der Körper gerade ein Virus erfolgreich bekämpft, kann theoretisch sofort die nächste Infektion mit einem anderen Virustyp folgen. Der beste Schutz vor Neuansteckung ist die Stärkung des Immunsystems. Und zwar durch vollwertige vitaminreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und - wenn keine Erkrankung dagegen spricht - hin und wieder einen Besuch in der Sauna.

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