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Mühlenkreis Minden-Lübbecke

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Der “kleine Unterschied” gilt auch in der Medizin und bei Medikamenten

Kreis Minden-Lübbecke, 03.08.2006


Ärztinnen und Ärzte verschreiben Frauen und Männern oft dieselben Medikamente in gleicher oder ähnlicher Dosis. Dabei gibt es deutliche Unterschiede im Stoffwechsel und in der Zell- und Hormonstruktur der Geschlechter. Dazu kommen neben Gewichtsunterschieden unterschiedliche soziale Gewohnheiten und gesellschaftliche Bedingungen, die einen Einfluss auf die Aufnahme, Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten haben. Diese Erkenntnisse wurden in der Vergangenheit zu wenig berücksichtigt und führten in vielen Fällen zu einer Unter-, Über- oder Fehlversorgung von Frauen mit Arzneimitteln.

So werden ganze Lebensabschnitte von Frauen pathologisiert (wie zum Beispiel Schwangerschaft und Wechseljahre) und damit häufig mit Medikamenten überfrachtet. Insbesondere Bewohnerinnen von Altenheimen sind einer Studie zufolge gefährdet, da ältere Frauen in der Regel mehrere Medikamente erhalten und dabei kann es zu unbeabsichtigten Neben- oder Wechselwirkungen kommen.

Frauen bekommen deutlich mehr Arzneimittel verschrieben als Männer (insbesondere Psychopharmaka), dennoch sind die finanziellen Aufwendungen der gesetzlichen Krankenversorgung für Frauen geringer, da Männer mehr spezifische und moderne Medikamente erhalten, während Frauen mehr unspezifische Mittel zur Beruhigung bzw. Schmerzdämpfung verschrieben werden.

Nach wie vor werden die meisten Medikamente allein bei Männern auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet und selbst wenn geschlechtsspezifische Daten vorliegen, werden diese meistens nicht auf der Produktinformation aufgeführt. Dies alles erschwert eine exakte Medikation und erhöht die Kosten im Gesundheitswesen.

Eine Expertin auf diesem Gebiet ist Prof. Dr. med. Petra A. Thürmann, Fachärztin für klinische Pharmakologie und Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für Klinische Pharmakologie am Klinikum Wuppertal. Neben vielen anderen Funktionen lehrt sie Klinische Pharmakologie an der Universität Witten/Herdecke und war beteiligt am Bericht der Enquêtekommission des Landtages Nordrhein-Westfalen "Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW".

Frau Prof. Thürmann kommt auf Einladung der Kommunalen Gesundheits- und Pflegekonferenz, dem Gesundheitsamt und der Gleichstellungsstelle des Kreises Minden-Lübbecke sowie der Ärztevernetzung Minden-Med zu einem Vortrag nach Minden. Die Veranstaltung mit dem Titel "Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Arzneimitteln" findet am Mittwoch, den 23. August 2006 um 16.00 Uhr im Saal des Kreistages in Kreishaus in Minden statt. Für Ärztinnen und Ärzte vergibt die Ärztekammer 2 Fortbildungspunkte.

Alle Interessierten können kostenfrei an der Veranstaltung teilnehmen. Anmeldungen werden erbeten bei der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Minden-Lübbecke, Andrea Strulik, unter Telefon-nummer 0571/807-2109 oder unter e-mail a.strulik@minden-luebbecke.de.

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