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“Abpfiff!” - gegen Zwangsprostitution im Zuge der FIFA WM in Deutschland

Kreis Minden-Lübbecke, 23.05.2006

 

Kreis Minden-Lübbecke und Soroptimist International unterstützen gemeinsam die Aktion "Abpfiff!" des Deutschen Frauenrates gegen Zwangsprostitution.
   
Sie werden mit falschen Versprechungen angelockt: Frauen, häufig aus Osteuropa, die nach Deutschland kommen in der Hoffnung, hier gutes Geld zu verdienen, um ihre Familien ernähren zu können. Doch für viele von ihnen gibt es ein böses Erwachen: Schleuser und Zuhälter berechnen Ihnen hohe Preise für die illegale Einreise, die sie über Monate oder Jahre von ihren Einnahmen zurückzahlen müssen. Sie sind in der Zwangsprostitution gelandet und haben nur geringe Chancen auf einen Ausstieg.

Was wie ein schlechter Film klingt, ist leider auch Realität im Kreis Minden-Lübbecke. Das wahre Ausmaß der Zwangsprostitution ist nicht bekannt, da sich diese Straftaten im Dunkelfeld abspielen. In der Herforder Beratungsstelle "Nadeschda", die für den Regierungsbezirk Detmold und damit auch für den Kreis Minden-Lübbecke zuständig ist, werden jährlich bis zu 70 Opfer von Zwangsprostitution betreut. "Nadeschda" koordiniert für den Regierungsbezirk die Kampagne "Abpfiff! - Stoppt Zwangsprostitution", die von Deutschen Frauenrat initiiert worden ist und der sich auch der Kreis Minden-Lübbecke mit weiteren BündnispartnerInnen angeschlossen hat.

Anlass für die Kampagne ist der baldige Beginn der Fußballweltmeisterschaft. Experten befürchten, dass - wie bei anderen Großveranstaltungen auch - die Zahl der Zwangsprostituierten ansteigen wird. Die Kampagne "Abpfiff!" hat sich zum Ziel gesetzt, die allgemeine Öffentlichkeit für das Problem der Zwangsprostitution zu sensibilisieren und insbesondere die Freier in die Verantwortung zu nehmen. Dabei geht es nicht darum, Prostitution allgemein zu verdammen, sondern die Hilfe für die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution in den Mittelpunkt zu stellen.

Woran kann ein Freier erkennen, dass er es mit einer Zwangsprostituierten zu tun hat? Hinweise, die dafür sprechen, dass es sich bei einer Frau um ein Opfer von Zwangsprostitution handelt können sein, wenn eine Prostituierte kaum Deutsch spricht, in illegalen Clubs arbeitet, auf alle Forderungen eingeht, ohne über den Preis zu verhandeln, Spuren von Mißhandlung trägt oder minderjährig ist. In Verdachtsfällen sollten die Freier auf jeden Fall die bundesweit geschaltete Hotline 01802/331 333 anrufen, die rund um die Uhr, auch anonym, erreichbar ist.

Die Telefonnummer der Hotline wird verbreitet über Postkarten und Plakate. So sind zum Beispiel die Sportvereine im Kreisgebiet mit der Bitte um Unterstützung dieser Aktion angeschrieben worden. Die Postkarten, die auf Deutsch und Englisch weitere hilfreiche Informationen enthalten, werden in vielen Gaststätten und an anderen zentralen Orten zu finden sein.

Neben den Gleichstellungsstellen im gesamten Kreisgebiet engagiert sich in besonderer Weise der Serviceclub Soroptimist International, Club Lübbecker Land für diese Kampagne. Am Samstag, den 3.6.2006 und am Samstag, den 17.6.2006 werden die aktiven Frauen von Soroptimist International jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr mit einem Infostand in der Lübbecker Innenstadt (Fußgängerzone, gegenüber von Fielmann) präsent sein und die Bevölkerung über das Thema Zwangsprostitution informieren.

Wer an der Thematik interessiert ist oder Informationsmaterial anfordern möchte, wendet sich an die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke, Andrea Strulik, unter Telefonnummer 0571/807-2109 oder unter e-mail a.strulik@minden-luebbecke.de.

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