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Es plaudert die Mühle

Lebendige Geschichte - Lauschen Sie mal!

TWT Bilder - Mühle Seelenfeld
© Teutoburger Wald Tourismus_M.Schoberer 
Nirgendwo sonst in Deutschland lässt sich eines der ältesten Handwerke so hautnah erleben wie im Kreis Minden-Lübbecke. 46 restaurierte und noch immer funktionstüchtige Wind-, Wasser- und Rossmühlen reihen sich hier entlang der Weser aneinander. Eingebettet in eine reizvolle Landschaft, halten sie eine Jahrhunderte alte Tradition lebendig.

Fünf dieser Mühlen stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Ihnen haben wir buchstäblich eine Stimme verliehen und lassen sie an Ort und Stelle selbst zu Wort kommen. Statten Sie den Mühlen also einen Besuch ab und hören Sie, was sie Ihnen über die Geschichte der Region und der Menschen, die hier leben, zu erzählen haben!

Noch jung in der Gegend

Die Bockwindmühle Oppenwehe ist die jüngste Mühle in der Gegend. Der Müller Wilhelm Piel ließ die Schlossmühle im Jahr 1868 auf eigenes Risiko in Preußisch-Oldendorf ab- und in Oppenwehe wieder aufbauen. Drei Jahre dauerte der Umzug mit Pferd und Wagen, den die Müller „Umrollen“ nennen. Eigentlich eine verrückte Idee, aber Piel war ein Mann der Tat. Und Mumm hatte er. Der Erfolg gab ihm schließlich recht. Noch bis in die 1950er Jahre blieb die aus Pappelholz gebaute Bockwindmühle im Familienbesitz.

Die Bockwindmühlen zählen zu den ältesten ihrer Art im Mühlenkreis.

"Piel's Mühle" in Oppenwehe - so benannt nach ihrem früheren Besitzer - wurde 1705 erbaut. Sie hatte ihren ursprünglichen Standort am wunderschönen Schloss Hüffe in Preußisch Oldendorf-Lashorst. Um 1870 wurde sie jedoch umgesetzt und steht heute in Stemwede im Ortsteil Oppenwehe, bekannt durch das Oppenweher Moor.

Der Mühlen-Oldtimer präsentiert sich als mit Pappelholz verbretterte Kasten mit zwei Seitentaschen und rechtsdrehendem Segelflügel. Von 1989 - 1992 wurde er vollständig renoviert. Somit funktionieren heute wieder drei Mahlgänge: der Schrotgang mit aufgedoppteltem Kammrad und Stirnrädern, der Mehlgang mit Beutelkiste und ein Graupelgang.

Technik-Freaks kommen hier auf ihre Kosten. Ebenso Kinder, die gespannt zusehen können, wie aus Getreide das Mehl für ihr Pausenbrot gewonnen wird.

An den bei jung und alt beliebten Mahl- und Backtagen verwöhnt die Mühlengruppe ihre Gäste in zwei urigen ehemaligen Fachwerkscheunen mit selbstgebackenen Kuchen. Frisch gestärkt können Sie anschließend noch im Dachgeschoss einer Scheune stöbern, um die dort ausgestellten historischen Haushalts-, Handwerks- und Arbeitsgeräte zu erkunden.

Telefon:  05745 788 992 07
E-Mail:  tourismusbuero@stemwede.de
Internet:  www.stemwede.de
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Bockwindmühle Oppenwehe
© Winfried Hedrich 

Stürmische Zeiten

Von der jüngsten geht es weiter zur ältesten Mühle im Kreis Minden-Lübbecke. Die Bockwindmühle Wehe hat stürmische Zeiten erlebt. Um 1650 sozusagen aus der Not geboren, um die Eicheln der Kopfweiden zu Mehl zu verarbeiten, diente sie erst der Kirche und später dem preußischen Staat, der den „hölzernen Kasten“ 1732 gar zur Königsmühle ernannte. Denn alle wollten das bisschen Geld der Bauern. Doch die Mahltage waren stets Festtage. Und sind es noch.

Die Bockwindmühle Wehe wurde am Standort einer schon im 14. Jahrhundert erwähnten Mühle um 1650 errichtet. Die Weher Bockwindmühle war bis vor 1650 die Bischofsmühle, danach bis 1732 im Besitz der Rahdener Kirche als staatliche Königsmühle. Sie ist als verbretteter Holzkasten mit sehr starkem Balkenwerk erbaut. Flügelwelle mit hölzernem Kopf, Schrotgang.

Kulturelle Veranstaltungen werden an der Weher Bockwindmühle groß geschrieben. Traditionelles, wie Volkstanz- und Theateraufführungen, Bilderausstellungen, Kunstgewerbeverkauf und der plattdeutsche Gottesdienst am Himmelfahrtstag locken große und kleine Besucher an.

An den Mahl- und Backtagen wird in dem liebevoll errichteten Backhaus im Steinbackofen der leckere frische Butterkuchen gebacken. Die Besucher können dem Bäcker hierbei über die Schulter schauen.

Gruppen ab 10 Personen (bis 70 Personen) können auf Anmeldung an der Kaffeetafel Dinkelwaffeln mit Kirschen und Sahne verköstigen.

Telefon:  05771 4084(H. Klasing)
E-Mail:  heklasing@web.de
Telefon:  05777 1397(F. Schepsmeier)
E-Mail:  friedrich_schepsmeier@web.de
Telefon:  05771 3560(H. Wiegmann)
Telefon:  05771 917 799(E. Pril)
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Bockwindmühle Wehe
© Christian Schwier 

Mühle mit Familienanschluss

Es war wahrlich ein schlechter Handel für den Müller Hermann Heinrich Selle. Sage und schreibe 3.000 Taler zahlte er einst für die 1724 erbaute Königsmühle Eilhausen. Zwar durfte er die umliegenden Obstbäume und den Esel für sich nutzen, das Haus des Müllers allerdings blieb ihm verwehrt. Denn im Kaufpreis inbegriffen war der Stiefschwiegervater des Vorbesitzers, dem Selle lebenslanges Wohnrecht einräumen musste. Doch der Müller war ein rechtschaffener und tüchtiger Mann. Ebenso Schwiegertochter Luise und Hermann Heinrich junior. Lernen Sie die beiden beim Besuch der ältesten steinernen Mühle kennen!

Eilhauser "Königsmühle" von 1748. Leicht konischer Bruchsteinbau mit hölzerner Galerie. 2 Mahlgänge. Mühle in Betrieb.

Telefon:  05741 6 18 16(U. Meyer (ab 13 Uhr))
Telefon:  05741 64 25(G. Boesch (ab 13 Uhr))
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Königsmühle Eilhausen
© Winfried Hedrich  

Diebstahl im Auftrag Seiner Majestät

Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. höchstselbst war es, der den Bauern im Jahr 1731 befahl, Steine für den Bau einer Mühle zu stehlen. Doch schon knapp 100 Jahre später wäre die massive Königsmühle Seelenfeld bereits ruiniert gewesen, hätte es nicht den findigen Müller Johann Friedrich Christian Dralle gegeben. 1823 kaufte er die Mühle, nachdem erst ein Trunkenbold und Spieler sich nicht ums Geschäft geschert und schließlich Napoleon die Müller an den Rand des Ruins getrieben hatte. Doch Dralle machte die Mühle wieder flott und sicherte so die Existenz für Generationen seiner Familie, die noch heute auf dem Hof zu Hause ist.

Diese Mühle wurde durch die preußische Regierung nach Einführung des Mühlenzwanges (1721) erbaut. Eine erhaltene steinerne Inschrifttafel mit der Aufschrift "FWR 1731" für Friedrich Wilhelm Rex, König von Preußen, zeugt davon. Ihr leicht konischer Turm aus Bruchstein mit geschindelter Kappe steht auf einem angeschütteten Erd-Wall mit einem Durchgang. Die Mühle an der Weserschleife liegt 74 m über NN. Sie besitzt ein Mahlwerk für Roggen, Weizen, Schrot.

Besichtigung/Führung auf Anfrage. Am Deutschen Mühlentag und Kreismühlentag mit Bewirtung, Musik und Landfrauenmark.

Telefon:  05705 7117
E-Mail:  fritz.dralle@gmx.de
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Königsmühle Seelenfeld
© Winfried Hedrich  

Eine Wassermühle ohne Wasser

Ein lauter Knall – und weg war der Bach. Von jetzt auf gleich entzog eine missglückte Sprengung im Bergwerk den sechs kleinen Bauernmüllern in Kleinbremen ihre Existenzgrundlage. Alle Räder standen still. Doch Friedrich, ein echtes Schlitzohr, ließ sich nicht unterkriegen. Gemeinsam mit den anderen Müllern zog er vor Gericht gegen die Zeche. Mit Erfolg – und Fortschritt. Denn dank Elektromotoren und einem Kraftwerksanschluss begann in der Wassermühle Kleinbremen eine neue Zeitrechnung. Die Räder liefen wieder. Bis heute.

Mönkhoffsche Wassermühle Kleinenbremen gegr. 1810 als Graupenmühle, 1820 erweitert mit zweitem Wasserrad und zweitem Mahlgang. Backsteinbau intigriert in Fachwerkhaus (ehemals Leibzucht für Altenteil des Bauern). Zur Zeit: Antrieb über Eletro-Motor mit historischem Turbinenantrieb. In Vorbereitung: Erlebnispfad Mühlenplatt am Mühlenbach und Energie- und Kulturwerkstatt.

Wassermühle Kleinenbremen
© Winfried Hedrich  

Storytelling - Wertschöpfung durch Kultur

Storytelling_SignetDas EFRE-Projekt "Storytelling - Wertschöpfung durch Kultur" folgt dem bundesweiten Ansatz "Die Destination als Bühne - Wie macht Kulturtourismus ländliche Räume attraktiv?". Kernanliegen dieses Ansatzes des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist die Herausarbeitung der kulturellen Vielfalt ländlicher Regionen sowie die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Kulturakteuren und Touristikern. Hier setzt das EFRE-Projekt „Storytelling–Wertschöpfung durch Kultur“ an, das im August 2016 gestartet ist.

Ziel ist es, die vielen historischen und kulturellen Highlights, aber auch die Geheimtipps OstWestfalenLippes zu inszenieren und für den Gast erfahrbar zu machen. An unterschiedlichen Orten rund um den Teutoburger Wald wurden 27 "Stories" entwickelt, die die kulturelle Vielfalt der - zumeist ländlichen - Region abbilden.

Neben der Ansprache neuer Zielgruppen sind weitere Ziele des Projekts die Schaffung eines erheblichen gemeinwirtschaftlichen Nutzens für den überwiegend ländlich geprägten Raum, seine Orte und KMU verschiedener Branchen.

Damit verbunden sind die Steigerung der Attraktivität und des Bekanntheitsgrades, eine Profilschärfung und die Verbesserung des Images der Region, wichtig auch als Standortfaktor zur Fachkräftesicherung für Unternehmen.

Hier zum Download:

Mahl- und Backtage 2019

Kontakt

Kreis Minden-Lübbecke
Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung
Portastraße 13
32423 Minden

Telefon:  0571 / 807-23170
Fax:  0571 / 807-33170
info@muehlenkreis.de