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Sigwardskirche Idensen

An der Sigwardskirche 3
31515 Wunstorf
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Sigwardskirche Idensen

Eigen- und Grabeskirche des Bischofs Sigward von Minden (1129)

Sorgfältig bearbeitete Quadersteine und klare Formen der romanischen Baukunst bestimmen das Äußere der Kirche. Die Grundrissform der Kirche entspricht einem nach Osten gerichteten Kreuz.

modellkleinDer mächtige Westturm zählt zu den frühesten seines Typs in Norddeutschland. Belichtet wird der Kapellenraum im ersten Obergeschoss des Turms  durch ein Vierpassfenster von ganz außerordentlicher Schönheit.

Das Langhaus wird durch kräftige Mauervorlagen in drei Joche gegliedert. Breite doppelte Gurtbögen sitzen auf Wandpfeilern, die mit Halbsäulen und beidseitig flankierenden Dreiviertel-Ecksäulen verziert sind. Von letzteren laufen Grate aus - wie bei Kreuzgewölben -, die sich in der Wölbung zu ebenen Flächen auflösen und den Raum hinweg von Pfeiler zu Pfeiler spannen. Diese Form ist in Niedersachsen einzigartig. Zu den frühen Beispielen dieser Gewölbearchitektur gehören die Kirche in Berzé-la-Ville (Burgund 1108) und die von Bischof Sigward geweihte Stiftskirche in Hochelten am Niederrhein (1129).

Dem Saalbau wurden nach Art eines Querhauses zwei seitliche Annexkapellen angefügt, die den Aposteln Petrus und Paulus geweiht sind.

Besonderes Element an der Ostseite des Kirchenschiffes ist die Hauptapsis. Im Unterschied zu ihrer äußeren polygonalen Gestalt, in fünf Seiten des Zehnecks ummantelt, ist die Apsis im Inneren halbkreisförmig ausgebildet. Eine vorgelagerte Arkade, als fortlaufende Reihung von Halbkreisbögen und sechs Vollsäulen aus Grünsandstein, umgibt die Chorrundung. Diese Konstruktion des Raumes ist einmalig schön.

Die Deckenbemalung zählt zu den gänzlich unverfälschten und schönsten der Romanik. Dem Bilderzyklus liegt ein übergeordnetes theolo­gisches Programm zugrunde. In den Gewölbefeldern der drei Joche werden Szenen des Alten Testaments Darstellungen des Neuen Testaments gegenübergestellt. Unheilsereignisse, wie Sintflut, Turmbau zu Babel und Sodom und Gomorrha werden durch die Heilsgeschichte aufgelöst. Über allem thront in der Apsiskalotte die Majestas Domini als Vision von Endzeit und Paradies. Die Botschaft ist der Auferstehungsgedanke als ein Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung. Die Seitenkapellen sind mit Szenen der Missions- und Lebensgeschichte der Apostel Petrus und Paulus ausgeschmückt. Die Malereien werden von Kunsthistorikern als „das älteste typologische Bildprogramm auf deutschem Boden“ angesehen.

Der Zeitgeist um 1500 veranlasste unsere Vorväter, die Bilder mit weißem Kalk zu übertünchen. Conrad Wilhelm Hase entdeckte die mittelalterlichen Malereien 1858. Die endgültige Freilegung erfolgte 1930-1934.

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